Auf Einladung von Orthopädieschuhmachermeister Raphael Pichler kamen am Freitag MdB Florian Ossner und Bürgermeister Martin Huber zu einem Informationsbesuch bei der Firma Orthopädie-Schuhtechnik Pichler in Weng.

OSM Raphael Pichler und MdB Florian Ossner
Der Stimmkreisabgeordnete MdB Günter Baumgartner musste kurzfristig absagen. Grund der Einladung war das kürzlich im Bundestag verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, wovon auch Pichler nicht unwesentlich betroffen ist. Zunächst führte Raphael Pichler die Gäste durch das Betriebsgebäude in der Ortsmitte in Weng, in dem 12 Angestellte (davon eine Auszubildende) beschäftigt sind. Dabei verdeutlichte er sehr anschaulich seine Aufgaben als Fachmann in der Vorsorge und auch in der konkreten Begleitung durch die handwerkliche Erstellung und den Einsatz von Hilfsmittel im Akutfall. So zählt die Statistik der Firma 26.000 Kunden, die in 160 Kassen oder Berufsgenossenschaften beliefert werden. Pichler wies auch auf die 370 Mitgliedsbetriebe der Landesinnung mit 43 Azubis hin, die von der geplanten Einsparungsmaßnahme im Hilfsmittelbereich betroffen sind.
Der Betriebsleiter führte dann konkret auf Punkte hin, die er an Florian Ossner als Wünsche an Berlin mitgeben wollte. Dabei sprach er die Kosten an, die im Handwerksbetrieb auflaufen. Löhne für die Mitarbeiter seien dabei ebenso ein wichtiger Aspekt wie sämtliche Kosten für Material, Raum, Transport und Gebühren, die drastisch gestiegen seien.

Bürgermeister Martin Huber, OSM Raphael Pichler, MdB Florian Ossner
Festbeträge zur Abrechnung wurden seit 04/2020 nicht verändert. Ebenso sei nicht zu verstehen, warum kein einheitlicher MwSt.-Satz für den Hilfsmittelsektor angewendet wird. Der Bürokratieabbau diesbezüglich wäre schon eine spürbare Erleichterung. „Unsere Forderung an die Politik ist eine differenzierte Betrachtung des Sachverhaltes. Es gibt Produktgruppen, die beinhalten fast ausschließlich vorkonfektionierten Produkte und andere nur Hilfsmittel in Maßarbeit. Der Anteil an Lohnkosten ist dabei sehr gravierend. Das sollte der Maßstab für mögliche Einsparungen sein“ fasste Pichler seine Ausführungen zusammen. MdB Ossner versprach, die Anregungen zu prüfen und gab auch zu, dass etliche Informationen beim Besuch der Orthopädie-Schuhtechnik Pichler Neuland für ihn waren.